Discipline

Die Holländer von Discipline beweisen mit ihrem neuen Album "Downfall Of The Working Man" einmal mehr ihren oberen Tabellenplatz in der europäischen Streetpunkliga und müssen sich schon lange nicht mehr vor den großen Bands aus Amiland verstecken. Sänger Joost gab mir dieses Interview und neben viel Honig ums Maul blieb er von mir auch nicht vor unangenehmen Fragen zum Support der Böhsen Onkelz verschont...

Hi Joost. Mit beim Release eures neuen Albums gab es wohl ein paar Probleme, so dass es erst ein paar Wochen nach dem offiziellen Releasedate zu haben war. Was war los?

Ich weiß nicht genau was passiert ist, es hatte wohl was mit dem Presswerk und logistischen Schwierigkeiten zu tun. Es kam allerdings mit nur einer Woche Verspätung, nicht mit mehreren.

Auf jeden Fall klingt "Downfall Of The Working Man" einfach großartig und ich habe das Gefühl, ihr werdet mit jeder Platte besser. Was ist deiner Meinung nach der Grund dafür? Sind es die vielen Liveshows?

Ich glaube wir sind einfach bessere Musiker und Songwriter geworden. Durch die jahrelange Erfahrung im Songwriting und auch im Livespielen, sind wir jetzt einfach in der Lage bessere Songs zu schreiben. Wir wollten kickende Songs mit harten Gitarrenriffs und einer Melodie, die dich zum Mitsingen bringt und ich finde, dass wir da einen guten Job gemacht haben.

Auch die Produktion klingt richtig fett. Wo habt ihr aufgenommen und wie viel Zeit habt ihr euch gelassen?

Im gleichen Studio in dem wir auch Saints&Sinners recorded haben. Das ist das De Studio in Brüssel. Dirk Miers war mal wieder Toningeneur und Co-Producer. Die Aufnahmen und das abmischen haben etwa 14 Tage gedauert, danach wurde das Album bei Electric City in Brüssel gemastert.

Allerdings finde ich, dass keines eurer Alben die Power eines Discipline Gigs rüberbringen kann (außer dem Livesplit mit Agnostic Front natürlich...).
Also bei den vorigen Alben gebe ich dir da recht. Es ist immer schwer die Energie und die Power eines Livegigs auf einem Studioalbum festzuhalten. Mit der neuen Platte sind wir aber sehr nahe dran würde ich sagen.

Es gab ja schon immer viele Bezeichnungen für eure Musik. Street Rock & Roll, Thug Rock, Streetcore und Hoolrock sind nur ein paar davon. Wie beschreibt ihr selber den Discipline-Sound?

Ich persönlich nenne es Streetrock, aber ich habe schon so viele Namen gehört, dass es mir einfach egal ist; nennt es wie ihr wollt! Unsere Musik ist von allen Sorten von Punk, Hardcore und Rock & Roll beeinflußt, zum Beispiel Bands wie Cock Sparrer, Slade, Agnostic Front, Cockney Rejects, Rose Tattoo, Motörhead und Slapshot.

Ihr habt immer einen zweiten Gitarristen der euch nur bei größeren unterstützt. Erst Tez Bones, jetzt Berry Black von Judasville. Warum besorgt ihr euch nicht mal einen Vollzeit-Gitarristen?

Wir suchen schon lange einen festen Gitarristen, aber wir finden leider keinen. Berry ist oft zu beschäftigt mit seiner eigenen Band und wir haben es auch mit ein paar anderen Jungs probiert, die aber entweder auch eigene Bands hatten oder einfach zu weit weg wohnten. Wir suchen jemanden der nicht allzu weit entfernt von Eindhoven wohnt, ein guter Gitarrist ist und auf jeden Fall ein netter Typ ist. Ich kann einfach nicht mit jemanden in der Bands sein den ich nicht leiden kann, besonders nicht wenn man so viel on the road ist wie wir.

Ihr werdet die Böhsen Onkelz bei deren Abschiedsfestival supporten. Mit der Entscheidung habt ihr viele Fans geschockt, da die Onkelz in ihren Anfängen ja mit rassistischen Texten auf sich aufmerksam gemacht haben...

Ja gut, ich kenne die ganzen Stories auch, aber ich glaube einfach, dass Menschen sich ändern können. Ich weiß nicht ob sie ne richtige Naziband waren, aber wenn dann würden meine Lieblingsbands Motörhead und Rose Tattoo sicher nicht mit ihnen spielen. Auf keinen Fall! Mit ihnen auf so einem großen Event zu spielen ist für uns ne gute Möglichkeit uns und unser neues Album vorzustellen. Ich bin schon sehr aufgeregt, weil das mit 100.000 Zuschauern unsere größte Show überhaupt wird.

Hier in Deutschland ist es leider so, dass die meisten Leute Skinheads immer gleich mit Nazis gleichstellen. Wie ist das in Holland? Gibt es dort mehr Toleranz für die "richtigen" Skinheads?

Ich glaube das ist überall gleich. Die Leute haben Vorurteile gegenüber Skins, aber außer den paar frustrierten Vollidioten, haben Skinheads nichts mit Rassismus gemein. Aber fuck it, mir ist das mittlerweile egal, weil ich keinen Bock mehr hab mich immer wieder und wieder zu erklären. Die Leute sollten mittlerweile eigentlich begriffen haben worum es bei uns wirklich geht und das ist kein Platz für Rassismus.

Ihr habt ja mittlerweile mit so ziemlich jeder eurer Lieblingsbands gespielt. Gibt es denn überhaupt noch Bands die ihr unbedingt mal supporten wollt?

Ja auf jeden Fall, da wirds immer ein paar Bands geben. Ich würde gerne mal mit Slade, Heavy Metal Kids oder den 4 Skins Original-Lineup die Bühne teilen. Ozzy wär auch spaßig. Und ich würde liebend gerne mal Britney Spears supporten um nach der Show mit ihr zu duschen und ihr beibringen, was eine richtige Band ist.

Ich habe mal gehört, dass holländische Bands Geld von der Regierung bekommen wenn sie im Ausland spielen. Stimmt das?

Nicht wirklich. Es gibt so ne Art Popkultur-Förderung, aber wir bekommen unglücklicherweise kein Geld.

Was ist dein holländisches Lieblingsschimpfwort und was bedeutet es?

Schapeneuker = Schafficker
Kutflikker = verfickte Schwuchtel
Kuthoer = verfickte Schlampe

Zum Schluss bitte noch deine 5 Lieblingsplatten:

Cock Sparrer - Shock Troops
Rose Tattoo - Rock 'n Roll Outlaw
Motörhead - Orgamastron
Cockney Rejects - Vol.2
Agnostic Front - Victim in Pain

Das wärs dann auch. Vielen Dank für das Interview! Noch etwas was du sagen möchtest?

Vielen dank fürs Interviewen. Ich möchte gerne all den loyalen Discipline Fans danken, die uns über die Jahre supportet haben. Checkt das neue Album "Downfall Of The Working Man" und ich hoffe, dass wir uns bald bei einer unserer Show sehen! Cheers!

www.discipline.nl
www.iscreamrecords.com

Sascha Eckert


 

Beat-Man / Voodoo Rhythm Records
Dropkick Murphys